{"id":5277,"date":"2021-10-03T19:13:47","date_gmt":"2021-10-03T18:13:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/?p=5277"},"modified":"2021-10-20T18:44:25","modified_gmt":"2021-10-20T17:44:25","slug":"taubertal-100-meilen-lauf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/?p=5277","title":{"rendered":"Taubertal-100 Meilen Lauf"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"410\" height=\"640\" src=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5282\" srcset=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_1.jpeg 410w, http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_1-192x300.jpeg 192w\" sizes=\"(max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unser Ultral\u00e4ufer Steffen Wiesner finishte seinen ersten 100 Meilen Lauf!!<\/p>\n<p>Steffen, wir RVler sind m\u00e4chtig stolz auf dich!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bericht von Steffen:<\/p>\n<p><strong>100 Meilen Taubertal 100 \u2013 Ein Traum wird wahr<\/strong> <br><strong>Vorgeschichte:<\/strong> <br>Nachdem ich 2017 beim Taubertal die 50 KM und 2018 die 71 KM gelaufen bin meldete ich mich im Dezember 2018 f\u00fcr die 100 KM die im Oktober 2019 stattfinden sollten an. <br>Im Mai 2019 lief ich meinen ersten 100 KM Lauf in Wuppertal in einer Zeit von 12:41 Stunden. <br>Erst ein paar Tage sp\u00e4ter registrierte ich, dass ich damit die Qualifikation (100 KM unter 13 Stunden) f\u00fcr die 100 Meilen beim Taubertal erf\u00fcllt hatte. Somit kam ich ins Gr\u00fcbeln evtl. doch die 100 Meilen zu laufen. Bei einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch mit Organisator Hubert Beck dem ich bei der Streckenvermessung der neuen 100 Meilen Strecke half meinte Hubert \u201eklar Du schaffst die 100 Meilen\u201c. Somit war die Entscheidung gefallen ich wollte mich ummelden. Doch kurz darauf habe ich mir leider eine Verletzung am Fu\u00df zugezogen und laufen war erst einmal nicht m\u00f6glich. Am Anfang dachte ich, nach ein paar Tagen ist das wieder vorbei, aber denkste das ging \u00fcber ca. 3 Monate und ich musste den Taubertal f\u00fcr 2019 absagen. Die Entt\u00e4uschung und der Frust waren nat\u00fcrlich gro\u00df. <br>Da Hubert noch einen F\u00fchrungsradfahrer f\u00fcr die 100 Meilen suchte und Radfahren mit dem Fu\u00df problemlos m\u00f6glich war \u00fcbernahm ich diesen Job. Es war ein tolles Erlebnis und ich durfte bei dem Weltrekord in der AK 60 \u00fcber die 100 Meilen von Jan-Albert Lantink live dabei sein. Allerdings war jetzt auch klar 2020 sind die 100 Meilen f\u00e4llig und daf\u00fcr meldete ich mich auch an. <br>Wegen Corona musste der Lauf 2020 leider abgesagt werden und der Startplatz wurde auf 2021 \u00fcbertragen. Also startete ich einen 3. Versuch und 2021 sollte alles auf den Taubertal 100 im Oktober ausgelegt werden. <br><strong>Vorbereitung:<\/strong> <br>Im Jahr 2020 lief ich knapp \u00fcber 4000 KM, allerdings war das mehr Kilometerfressen mit wenig Struktur da ja keine Wettk\u00e4mpfe anstanden. <br>Das Laufjahr 2021 startet mit einigen virtuellen Laufserien vom Alex Holl wie dem \u201eWinterlauf\u0002Cup\u201c \u00fcber 21,1 KM, 30 KM, 42,2 KM und 50 KM. Auch beim \u201eFr\u00fchlingserwachen\u201c und \u201eSummer-Holiday\u201c war ich mit den gleichen Distanzen dabei (und aktuell der \u201egoldenen Herbst\u201c). <br>Au\u00dferdem startete ich bei der \u201eDaylight Challenge\u201c vom Michael Frenz zweimal wo ich einmal 50 Meilen (80,5 KM) und einmal 42,2 KM erlief. Ein Backyard@Home vom Schinderalex mit 67 KM kam auch hinzu. Der erste richtige Wettkampf fand in Innsbruck beim \u201eUltra Tirol\u201c statt. Ein toller famili\u00e4rer 12 Stundenlauf auf der Bahn bei dem ich 92 KM erreichte. <br>Zwei Wochen sp\u00e4ter ging es ganz spontan zum 24 Stundenlauf auf die Insel Reichenau. Den Lauf h\u00e4tte ich mir lieber sparen sollen. Drecks Strecke, schlechte Verpflegung und die Organisation war auch nicht besser. Nach ca. 12,5 Laufstunden war nach 87,6 KM Schluss und ich hatte die Schnauze voll. <br>Am 12.07.2021 sollte dann die 12-w\u00f6chige Vorbereitung f\u00fcr die 100 Meilen starten. <br>Mit einem Trainigsplan von Hubert Beck den ich etwas umschrieb und auf mich abstimmte ging es los. <br>Gleich am ersten Wochenende war ich f\u00fcr den Backyard Ultra in Kandel von Michael Ohler gemeldet. Ein perfekt organisierter Lauf den ich jedem nur empfehlen kann. Ich lief 12 Runden bzw. Stunden und somit 50 Meilen und war mit der Leistung sehr zufrieden. Lange \u00fcberlegte ich weiter zu laufen allerdings mit Blick auf den Taubertal w\u00e4re das nicht sinnvoll gewesen. <br>Am Sonntag drauf war ich dann schon wieder bei einem kleinen aber feinem Wettkampf von Gerald Faust dem Organisator vom \u201eHarten Mann Extremlauf\u201c den ich auch pers\u00f6nlich kenne. Dies war ein 6 Stundenlauf um den Reutalsee. Ich wollte eigentlich nur so 30 \u2013 35 KM laufen wegen den 80 KM die Woche davor. Aber unvern\u00fcnftig wie ich manchmal bin waren es am Ende doch knapp 47 KM. Ab jetzt sollte es grob nach Trainingsplan gehen, aber es kam anders. Ende Juli wurde mein geplanter 24 Stundenlauf in Reichenbach der als H\u00e4rtetest f\u00fcr den Taubertal gedacht war abgesagt. Die Entt\u00e4uschung dar\u00fcber war nat\u00fcrlich gro\u00df und eine passende alternative zu finde war nicht einfach. <br>Ich entschied mich f\u00fcr den Backyard in Lauf an der Pegnitz 4 Wochen vor dem Taubertal. Dieser Wettkampf war leider sportlich ein totaler Reinfall, mein K\u00f6rper spielte dort komplett verr\u00fcck und ich brach nach nur 4 Runden bzw 27 KM ab. Ich konnte mir nicht erkl\u00e4ren was los war und warum es derma\u00dfen schlecht lief. Nach diesem Reinfall hatte ich den Taubertal erst einmal beerdigt und am n\u00e4chsten Tag wurde die Festplatte mit viel Bier neu formatiert. <br>Spontan fuhren wir ein paar Tage in die Berge zum Wandern. Hier konnte ich zum Gl\u00fcck wieder etwas Energie tanken und so entschied ich mich beim 24 Stunden Spendenlauf in Winterborn zu starten um danach zu entscheiden was aus dem Taubertal wird. <br>Ganz ohne irgendein Ziel und ohne Druck startete ich also in Winterborn. Die Runde mit 3,4 KM und 60 H\u00f6henmetern war angenehm zu laufen. Es lief super und so kam eine nach der anderen Runde zustande. Nach 50 KM fragte ich Julia und Yvonne die auch 3 Runden mitliefen ob wir heim fahren wollen aber Julia wollte nicht, also lief ich weiter. Nach 12 Stunden und 81,6 KM war dann allerdings Schuss da ich in Winterborn w\u00e4hrend dem Wettkampf entschieden hatte den Taubertal zumindest zu probieren. Zu diesem Zeitpunkt lag in mit ca. 4 KM Vorsprung \u00fcbrigens auf Platz 1. Jetzt waren es noch knapp 2 Wochen und das Training wurde entsprechend runtergefahren. In den 12 Wochen waren es dann nur 752 KM anstelle der geplanten 934 KM. Dazu kamen noch 193 KM Rennrad bzw. Trekkingrad und 336 KM E-Bike. <br><br><strong>Tag vor dem Wettkampf:<\/strong> <br>Freitagmittag ging es mit Julia und Yvonne ab nach Rothenburg. Erst wurde im Hotel eingecheckt und dann ging es zur Startnummernausgabe ins Rathaus. Meine zwei M\u00e4dels machten einen Stadtbummel und ich blieb bei der Startnummernausgabe und ratschte mit dem Orgateam, einigen L\u00e4ufern und Hubert. Nach dem Abendessen h\u00f6rte ich mir von Florian Reus (Weltmeister im 24 Stundenlauf und Spartathlonsieger) seinen Vortrag \u201eKrisenmanagement beim Ultramarathon\u201c an bevor es um ca. 22 Uhr ins Bett ging.<\/p>\n<p><strong>Wettkampftaktik:<\/strong> <br>Eine Wettkampftaktik gab es nicht wirklich. Ich wollte nicht zu schnell loslaufen und bei jedem Zwischenziel (50 KM, 70 KM und 100 KM) entscheiden ob ich weiterlaufe. Hierf\u00fcr hatte ich mir grobe Zielzeiten gesetzt. <br><strong>Wettkampf:<\/strong><br>Fr\u00fch um 3:30 Uhr war die Nacht rum obwohl ich den Wecker erst f\u00fcr 3:50 Uhr gestellt hatte. <br>Jetzt hie\u00df es fertig machen nochmal die Ausr\u00fcstung und Dropbags checken und die richtige Laufkleidung w\u00e4hlen. Da es beim Start ca. 11 Grad geben sollte entschied ich mich f\u00fcr kurze Hose und kurzes Shirt, was sich wie fast immer als richtige Entscheidung herausstellte. Um 4:30 Uhr ging es zum Fr\u00fchst\u00fcck wo schon etliche L\u00e4ufer anwesend waren. Kurz nach 5:00 Uhr gab ich meine Dropbags ab und um 5:20 Uhr startete der 2 KM lange Stirnlampenlauf (der Fackellauf fiel leider Corona zum Opfer) zum Start. Hier wurde der Tracker noch einmal kurz \u00fcberpr\u00fcft denn jeder 100 KM und 100 Meilen L\u00e4ufer konnte online live verfolgt werden. <br>P\u00fcnktlich um 6:00 Uhr fiel der Startschuss und knapp 200 L\u00e4ufer machten sich auf den Weg um die 50 KM, 70 KM, 100 KM oder 100 Meilen zu laufen. Ich wollte eine Pace um die 6:40 \u2013 7:00 laufen war allerdings einen Tick zu schnell. Da die Temperatur mit ca. 10 \u2013 11 Grad angenehm war blieb ich erstmal bei dem Tempo und so sagte die Uhr nach 10 KM knapp 65 Minuten. <br>An jeder Verpflegungsstation die bis 100 KM etwa alle 5 KM war lies ich mir Zeit und trank etwas. Als Laufpartner hatte ich bei KM 13 ein nettes M\u00e4del aus M\u00f6nchengladbach getroffen und wir unterhielten uns \u00fcber die schon absolvierten L\u00e4ufe. An der Verpflegungs- und Dropbagstation bei KM 18 trennten sich unsere Wege da ich mir etwas mehr Zeit lies und auch mein Laufshirt wechselte. Immer wieder fand ich unterwegs nette L\u00e4ufer. Nach ca. 26 KM holte mich Yvonne und Julia mit dem Auto ein und unterst\u00fctzten mich ab sofort an jeder Verpflegungsstation. Bei KM 28 gab es f\u00fcr mich Kartoffelbei mit viel Salz und ein St\u00fcck Melone. Diese Kombination nahm ich jetzt alle 10 KM zu mir und dazu ein Elektrolytgetr\u00e4nk plus Apfelschorle oder Wasser. An der Verpflegungsstelle nach 35 KM traf ich Gerald den \u201eharten Mann\u201c aus Niederstetten der zum Fotografieren dort war. Wir unterhielten uns kurz und dann holte ich mir von Yvonne meinen \u201eAnschiss\u201c ab da ich viel zu schnell unterwegs war. Recht hatte sie da die Durchschnittspace bis dorthin bei 6:30 lag. Nach ein paar Minuten Pause ging es weiter und ich nahm Tempo raus. Langsam wurde es auch recht warm was ich ja gar nicht mag und so wurden die Pausen bei den Verpflegungsstellen etwas l\u00e4nger. Bei KM 45 entschied ich mich meine Laufweste anzuziehen die Yvonne f\u00fcr mich entsprechend mit Getr\u00e4nken, Gummib\u00e4rchen und Gels best\u00fcckt bereithielt. <br>Das erste Zwischenziel bei 50 KM in Bad Mergentheim erreichte ich nach 5:48 Stunden und Julia lief mit mir zusammen \u00fcber die erste Ziellinie. Die geplante Zielzeit war bei 6:00 bis 6:15 Stunden und somit wurde mir von Yvonne noch einmal ins Gewissen geredet. Nach so 7-8 Minuten Pause ging es weiter. <br>Da die Sonne immer schlimmer wurde und es mittlerweile richtig warm war entschied ich mich ab hier f\u00fcr die Kombination laufen und marschieren. An den Verpflegungsstationen wurde jetzt <br>etwas mehr getr\u00f6delt und ich achtete darauf regelm\u00e4\u00dfig zwischen den VPs zu trinken. <br>Das zweite Zwischenziel bei 70 KM in Tauberbischofsheim erreichte ich nach 8:40 Stunden und die Ziellinie wurde wieder zusammen mit Julia durchlaufen. Die geplante Zielzeit war hier bei 9:00 bis 9:15 h, also mindestens 20 Minuten zu schnell. Hier war mir aber klar ich laufe mindestens bis Wertheim und hatte daf\u00fcr noch 6:20 h Zeit um dort vor der Cut-off-Zeit von 15 Stunden anzukommen bzw. 5:20 h damit es nach meiner Rechnung \u00fcberhaupt Sinn mach bis Adelsberg zu laufen. <br>Nach einer etwas l\u00e4ngeren Pause ging es also weiter Richtung Wertheim. Ich nahm weiter Tempo raus und der Anteil laufen und marschieren war jetzt etwa bei 50:50. Die Anzahl der L\u00e4ufer auf der Strecke wurde ab hier immer kleiner, da doch recht viele 100 KM L\u00e4ufer bei 70 KM ausstiegen und das L\u00e4uferfeld war nat\u00fcrlich auch sehr in die L\u00e4nge gezogen. Ich war sehr froh vor ein paar KM Michael aus Stuttgart getroffen zu haben einen total netten L\u00e4ufer mit dem ich mich super verstanden hab und so konnten wir immer wieder einige KM zusammenlaufen. Sp\u00e4testens an den VP trafen wir uns wieder und motivierten und gegenseitig. <br>Ab KM 85 wurde die Strecke recht wellig und es mussten einige Anstiege bezwungen werden, diese wurden immer z\u00fcgig hochmarschiert. <br>Nach 12 Stunden hatte ich 91 KM geschafft und so langsam wurde mir klar in Wertheim wird wahrscheinlich nicht Schluss sein und die ersten Rechenspielchen f\u00fcr die 161 KM gingen los. <br>Wenn ich also nach 13:45 Stunden in Wertheim ankomme habe ich ab da ca. 12 Minuten pro KM f\u00fcr die letzten 61 KM um unter 26 Stunden in Adelsberg anzukommen. Ich nahm f\u00fcr die letzten 9 KM nochmals Tempo raus um sicher erst einmal bei 100 KM anzukommen. Die KM-Zeiten waren jetzt bei so 8:30 \u2013 9:00 Minuten. <br>Das dritte Zwischenziel bei 100 KM in Wertheim erreichte ich nach 13:19 Stunden und die Ziellinie wurde erneut mit Julia durchlaufen. Die geplante Zeit hier war bei 14:00 bis 14:15 h, also war ich mindestens 41 Minuten schneller. <br>Ich setzte mich hin l\u00f6ffelte wieder meinen Kartoffelbrei, trank etwas und unterhielt mich mit Yvonne. Da kam Daniel vom Orgateam und fragte mich ob ich nicht weiterlaufe und ehe ich antworten konnte antwortete Yvonne \u201eDer muss weiter laufen ich nehme ihn n\u00e4mlich nicht mim Auto mit\u201c. So jetzt hatte ich den Salat. Nach ca. 15 Minuten Pause machte ich mich also wirklich auf den Weg Richtung Adelsberg. Von Daniel wurde noch schnell meine Pflichtausr\u00fcstung gepr\u00fcft denn ab hier musste ein Trinkrucksack, Handy und Stirnlampe mitgef\u00fchrt werden. Au\u00dferdem \u00fcberpr\u00fcfte er nochmal meinen Tracker auf Funktion. <br>Im Nachgang habe ich erfahren, dass in Steinbach bei den Vereinskollegen am VP gejubelt wurde als sie im Tracking gesehen haben ich laufe weiter. <br>Ab hier waren die VPs weiter auseinander und somit war es wichtig eigene Verpflegung dabei zu haben. Yvonne als Unterst\u00fctzung war nicht verf\u00fcgbar da sie Julia heim ins Bett gebracht hat. Ich entschied mich ab hier nur noch zu marschieren da ich Angst hatte die Beine machen beim Laufen zu. Mit KM-Zeiten von 9:00 \u2013 9:30 Minuten erreichte ich bei KM 109 den n\u00e4chsten Verpflegungsstand in Bettingen. Hier war die Stimmung super und viele leicht angetrunkene Zuschauer jubelten mir zu. Nach einer St\u00e4rkung ging es weiter. <br>So langsam machte sich die M\u00fcdigkeit bemerkbar au\u00dferdem war ich zu diesem Zeitpunkt komplett alleine unterwegs und fiel dadurch etwas in ein Loch. In Homburg bei KM 114 wartete zum Gl\u00fcck Yvonne wieder auf mich reichte mir Cola und munterte mich auf. Ein paar KM sp\u00e4ter ging es schon wieder besser und in Lengfurt lief Michael auf mich auf und so hatte ich wieder etwas mehr Unterhaltung. Wir motivierten uns gegenseitig. Michael war dann allerdings etwas schneller unterwegs und ich lie\u00df ihn ziehen da ich an meinem Tempo festhalten wollte. Nach KM 122 in Marktheidenfeld kam dann endlich der lang ersehnte VP der vom THW Marktheidenfeld betrieben wurde. Nach ein paar Minuten im Campingstuhl ging es weiter Richtung Zimmern und ich war wieder ein St\u00fcck mit Michael unterwegs. <br>An der Staustufe in Zimmern bei KM 129 war der n\u00e4chste VP der ebenfalls vom THW Marktheidenfeld betrieben wurde. Wie \u00fcberall waren die Helfer super nett und nach ein paar Minuten ging es weiter. Die KM-Zeiten waren mittlerweile bei 9:30 \u2013 10:00 Minuten aber das war weiterhin perfekt und nach jedem VP ging das Rechnen wieder los wieviel Puffer ich noch auf die 26 Stunden habe. Die Entfernung bis Steinbach zum n\u00e4chsten VP waren jetzt 15 KM und das ist schon ein heftiges St\u00fcck. Ich versuchte so gut es geht konstant zu marschieren das ging bis kurz vor Pflochsbach auch recht gut, allerdings kam jetzt schlagartig wieder die M\u00fcdigkeit aber klar es war ja schon bald 2:00 Uhr. Am Ortsausgang von Pflochsbach wartet zum Gl\u00fcck Yvonne und reichte mir einen Becher Cola, dieser half leider nur bedingt. <br>Kurz vor Sendelbach sah ich von weitem 2 Stirnlampen auf mich zukommen, als sie n\u00e4her kamen erkannte ich einen L\u00e4ufer und einen Radfahrer. Ich dachte nur oh Mist die laufen in die falsche Richtung, aber verlaufen ist auf der Strecke normal nicht m\u00f6glich wo ich doch die Streckenmarkierung von 100 \u2013 161 KM mit Bodenpfeilen gemacht hab. Als die beiden Lichter kurz vor mir waren erkannte ich das Vereinstrikot von Wombach. Es war Patrick mit Tochter Mara die mich abholten. Das tat richtig gut wieder etwas Unterhaltung zu haben und die 4 KM bis Steinbach waren dadurch recht kurzweilig. Danke Patrick und Mara, war eine ganz tolle Aktion von euch und hat mich aus meinem zweiten Loch rausgeholt. Auf den letzten 500 Meter zum VP kam mir auch noch Thomas entgegen und als ich den Versorgungsstand bei KM 144 erreichte konnte ich es kaum glauben. Hier standen grob gesch\u00e4tzt 25 Wombacher und feuerten mich an. Ihr seid echt ein geiler Haufen. Ich setzte mich hin bekam von Gerhard der mich sogar f\u00fcttern wollte meinen Kartoffelbrei gereicht, trank etwas und wir unterhielten uns kurz. Von Yvonne bekam ich kurz meine Massagerolle und so wurden die Oberschenkel noch einmal bearbeitet. <br>Gerne w\u00e4re ich noch l\u00e4nger geblieben aber ich hatte ja noch 17 KM vor mir, also bedanktet ich mich wie bei allen VPs bei meinen Vereinskollegen und weiter ging es. <br>Ab hier war ich mir sicher ich werden die 100 Meilen schaffen da noch ca. 5 Stunden Zeit blieben. Die M\u00fcdigkeit war wie weggeflogen und so ging es weiter mit immer noch recht guten KM-Zeiten. Kurz vor Hofstetten \u00fcberholte ich eine L\u00e4uferin die mit Radbegleitung unterwegs war und schwer zu k\u00e4mpfen hatte. Nach 153 KM erreichte ich den letzten VP in Hofstetten und st\u00e4rkte mich ein letztes Mal mit Kartoffelbrei und Elektrolyt. Nach ein paar Minuten Pause ging es weiter auf die letzten 8 KM. Pl\u00f6tzlich registrierte ich, dass die 100 Meilen unter 24 Stunden m\u00f6glich w\u00e4ren, wenn ich mit einer Pace von knapp unter 11:30 durchkomme. Kurz \u00fcberlegt ob ich Risiko gehe oder nicht, aber was soll zu dem Zeitpunkt jetzt noch passieren. <br>Bei KM 154 Yvonne schnell gesagt was ich vor hatte und ihr meine Wasserflasche hingeworfen mit der Bitte diese nachzuf\u00fcllen und mir an der Br\u00fccke in Gem\u00fcnden wieder zu geben. Mit viel Blicken auf die Uhr und KM-Zeit knapp unter 11:00 Minuten ging es weiter. In Gem\u00fcnden an den beiden Ampeln die Verkehrsregeln f\u00fcr mich nochmal kurz angepasst und schon war ich auf dem Radweg nach Wernfeld. Nach knapp 157 KM und 160 KM stand Yvonne nochmal am Radweg und fragte ob alles ok ist und ich was brauche, dem war aber nicht so. Auf dem letzten KM nach Adelsberg ins Ziel hoch mussten noch einmal 80 H\u00f6henmeter \u00fcberwunden werden aber ich war zu dem Zeitpunkt so voll Adrenalin, dass ich die fast nicht merkte. Nach 23 Stunden 55 Minuten und 19 Sekunden wurde ein Traum wahr. <br>Auf diesen Moment hatte ich \u00fcber 2 Jahre hin gefiebert und mit einem lauten Schrei \u00fcberquerte ich nach 100 Meilen die Ziellinie. <br>Felix der Zielsprecher moderierte das ganze wie immer super. <br>Mir wurde meine Medaille und die geile G\u00fcrtelschnalle \u00fcberreicht und ich wurde von Michael zum Ritter von Rothenburg geschlagen. Das Hinknien und Aufstehen war glaube ich schlimmer als der Lauf selber. Die G\u00fcrtelschnalle gibt es traditionell \u00fcbrigens nur f\u00fcr einen erfolgreichen 100 Meilenlauf. <br>Nach einem kurzen Interview mit Felix wartete ich noch auf Michael der ca. 20 Minuten nach mir ins Ziel kam um ihn anzufeuern und ihm zu gratulieren. <br>Gegen 7:30 Uhr fuhren Yvonne und ich \u00fcbergl\u00fccklich aber total m\u00fcde nach Hause. Der Weg in den 1. Stock zum Duschen war nochmal eine Herausforderung da ich die Treppe kaum hochkam. Nach nur knapp \u00fcber 2 Stunden Schlaf war ich schon wieder wach und fuhr mit dem Auto nach Gem\u00fcnden wo um 12 Uhr das Ritteressen mit Siegerehrung war. Bei tollen Gespr\u00e4chen mit lauter netten und total sympathischen L\u00e4uferinnen und L\u00e4ufer und Organisator Hubert Beck ging gegen 16 Uhr meine Mission 100 Meilen beim Taubertal 100 erfolgreich zu Ende.<\/p>\n<p><strong>Etwas Statistik:<\/strong> <br>&#8211; Laufzeit: 23:55:19 <br>&#8211; Durchschnittspace: 8:55 <br>&#8211; H\u00f6henmeter: 756 <br>&#8211; Platz gesamt: 13 von 17 (15 Starter haben abgebrochen) <br>&#8211; Verbrannte Kalorien: 12.037 <br>&#8211; Schwei\u00dfverlust: 14.481 ml <br>&#8211; Schritte Samstag und Sonntag: 200.082 <br>&#8211; Nahrung: Kartoffelbrei mit viel Salz ab KM 28 alle 10 KM, jede Menge Gummib\u00e4rchen, <br>Melone, 6-7 Salztabletten, ein paar Salzstangen und 4 Gels <br>&#8211; Getr\u00e4nke: Elektrolyt, Apfelschorle, O2, Wasser und 2 Becher Cola <br>&#8211; Blasen: 0 <br>&#8211; Laufkilometer 2021: 2845 KM <br>&#8211; Radkilometer 2021: 1417 KM davon ca. 1000 KM E-Bike <br>&#8211; Rolle 2021: 653 KM <br>&#8211; Schwimmen 2021: 2200 Meter <br>Es war \u00fcbriges mein 20. Ultralauf und es werden sicher noch einige dazukommen. <br><strong>Zukunft:<\/strong> <br>Jetzt ist erstmal Erholung angesagt und ich werde mir Gedanken machen welche Laufprojekte ich n\u00e4chstes Jahr angehe. <br>Nach meinem ersten Ultra vor 4,5 Jahren \u00fcber 50 KM habe ich mal gesagt von der Streckenl\u00e4nge ist hier Schluss. Diese Aussage kann ich aktuell nicht treffen da ich mir da noch nicht so sicher bin. <br>Sicher ist allerdings, dass ich n\u00e4chstes Jahr wieder was in den Bergen laufen will und das Hotel f\u00fcr den Taubertal 100 am 01.10.2022 ist auch schon gebucht. <br>Ende Dezember werde ich bei Saschas Geburtstaglauf dem MMM starten f\u00fcr den ich eine Einladung erhalten habe, allerdings nur auf der Bambinistrecke \u00fcber 45 KM. <br><strong>Das wichtigste zum Schluss:<\/strong> <br>Ich m\u00f6chte mich bei allen bedanken die mich auf dem Weg zu meinem Traum unterst\u00fctzt haben. <br>Der gr\u00f6\u00dfte Dank geht nat\u00fcrlich an meine Frau Yvonne und Tochter Julia, die immer f\u00fcr mich da waren. Yvonne hat mich die ganze Strecke am Samstag mit dem Auto begleitet was auch eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Leistung ist. Sie gab mir die Freiheiten die ich f\u00fcr das zeitintensive Training gebraucht habe und hat mich dabei viel unterst\u00fctzt. Au\u00dferdem musste sie oft meine schlechte Laune aushalten, wenn es mal nicht so lief wie ich wollte. <br>Gro\u00dfer Danke geht auch an die Vereinskollegen vom RV Viktoria Wombach der Empfang in Steinbach war der Hammer, speziell nochmal an Patrick und Mara f\u00fcr das Einsammeln und Motivieren. <br>Aber auch an alle anderen die an meinem Erfolg beteiligt waren: <br>&#8211; alle Trainingspartner der letzten Jahre <br>&#8211; alle Helfer an den VPs <br>&#8211; Michael Rothmund mit dem ich ab ca. 70 KM immer wieder zusammengelaufen bin und <br>der mich super Motiviert hat <br>&#8211; Hubert Beck mit Team f\u00fcr den perfekt organisierten Lauf <br>&#8211; Michael der mich zum Ritter geschlagen hat (obwohl der mich mehr gequ\u00e4lt hat)<\/p>\n<p>&#8211; Felix den Zielsprecher <br>&#8211; und alle die ich jetzt noch vergessen hab<\/p>\n<p><br>Hausen, 10.10.2021<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-container-2 wp-block-gallery-1 wp-block-gallery columns-3 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"454\" height=\"640\" src=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_2.jpeg\" alt=\"\" data-id=\"5278\" data-full-url=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_2.jpeg\" data-link=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/?attachment_id=5278\" class=\"wp-image-5278\" srcset=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_2.jpeg 454w, http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_2-213x300.jpeg 213w\" sizes=\"(max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"400\" height=\"640\" src=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_3.jpeg\" alt=\"\" data-id=\"5279\" data-full-url=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_3.jpeg\" 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class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_5-rotated.jpeg\" alt=\"\" data-id=\"5281\" data-full-url=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_5-rotated.jpeg\" data-link=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/?attachment_id=5281\" class=\"wp-image-5281\" srcset=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_5-rotated.jpeg 480w, http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_5-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Bei KM 144 in Steinbach<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"490\" height=\"640\" src=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/100_6.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5283\" 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Steffen, wir RVler sind m\u00e4chtig stolz auf dich! &nbsp; Bericht von Steffen: 100 Meilen Taubertal 100 \u2013 Ein Traum wird wahr Vorgeschichte: Nachdem ich 2017 beim Taubertal die 50 KM und 2018 die 71 KM gelaufen bin meldete ich mich im Dezember 2018 f\u00fcr die &hellip; <a href=\"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/?p=5277\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Taubertal-100 Meilen Lauf<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":5283,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[32,6,18],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5277"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5277"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5277\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5288,"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5277\/revisions\/5288"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5283"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rv-ausdauersport.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}